
Warum wir die Heizgeräte für Badezimmer einer „Feuchtigkeits- und Wärmebelastung“ aussetzen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind eine Qual für Elektronikgeräte. Es gibt viel Dampf, gelegentliche Wasserspritzer – und die Temperaturen wechseln innerhalb weniger Minuten von eiskalt bis extrem heiß.
Viele Heizgeräte haben eine IPX5-Zertifizierung. Das bedeutet im Prinzip, dass sie Wasserstrahlen aus jeder Richtung standhalten können. Doch hier liegt das Problem: Eine Dichtung, die anfangs perfekt funktioniert, kann bereits nach drei Monaten unbrauchbar werden, wenn Oxidation einsetzt.
Genau deshalb verlassen wir uns nicht nur auf diese Zertifizierungen. Wir unterziehen jede Charge einer Feuchtigkeits- und Wärmebelastungsprüfung.
Die Realität der Dichtungsversagen
Wir prüfen nicht nur, ob Wasser eindringen kann. Wir schauen auch darauf, wie die Materialien über die Zeit halten.
Stellen Sie sich vor: Das Heizgerät wird heiß und kühlt anschließend in einem feuchten Raum ab. Immer wieder. Dadurch dehnen und ziehen sich die Dichtungen sowie das Gehäuse. Irgendwann entstehen dadurch Mikratschen.
Sobald diese Risse da sind, kann Feuchtigkeit eindringen. Sie trifft auf die elektrischen Komponenten – und plötzlich gibt es einen Kurzschluss oder die Infrarotlampe funktioniert nicht mehr. Das ist keine angenehme Erfahrung für niemanden.
Wie wir sie eigentlich testen
Wir setzen diese Geräte in Kammern mit hoher Luftfeuchtigkeit und lassen sie dort einfach stehen. So simulieren wir jahrelange Belastung durch extreme Feuchtigkeit und Hitze. Wir suchen nach Anzeichen von Verschleiß – also davon, dass die Dichtungen allmählich ihre Form verlieren – sowie nach Rost oder Oxidation an den elektrischen Kontakten.
Wir möchten wissen, ob die IPX5-Schutzklasse tatsächlich erhalten bleibt, nachdem die Materialien stark belastet wurden.
Das Gleichgewicht finden
Man fragt sich vielleicht: „Warum nicht einfach alles luftdicht verschließen?“
Das Problem ist: Wenn man alles zu fest verschließt, kann die Luft nicht zirkulieren. Dadurch bleibt die Wärme im Inneren des Geräts – und die internen Komponenten überhitzen. Es handelt sich dabei um ein Gleichgewichtsspiel: Wir müssen den richtigen Punkt finden, bei dem das Gerät wasserdicht bleibt, aber trotzdem genug Luft zirkulieren kann, damit die Lampen nicht überhitzen.
Am Ende will niemand, dass der Schutzschalter sofort auslöst, sobald die Dusche eingeschaltet wird. Wir bevorzugen es, diese Geräte in unserem Labor zu testen, anstatt dass sie im Badezimmer des Kunden versagen. Wir bauen sie so, dass sie starken Belastungen standhalten – damit die Nutzer sich keine Sorgen um die Verkabelung machen müssen.